Bones
Sonstiges:
Pate(n):
Gewicht: aktuell 16 kg (noch im Wachstum, Endgewicht vorauss. ca. 17-20 kg)
Schulterhöhe: aktuell ~ 37 cm (noch im Wachstum, Endhöhe vorauss. 40-50 cm )
Wichtiges in Kürze:
- insgesamt bei Erstkontakten sehr offener und freundlicher Junghund, wachsam, unerschrocken gegenüber Umweltreizen
- ABER: zeigte situativ schon sehr jung gesteigertes Aggressions-/Kontrollverhalten in Bezug auf Bewegungen und Ressourcen (=Futter/Gegenstände, Räume, Personen)
- Vermittlung nur an Personen mit entsprechenden Kenntnissen und Verständnis im Umgang mit solch speziellen Hunden (alle Personen im Haushalt müssen das Wissen besitzen, damit es nicht zu Verschlimmerung des Verhaltens und damit erhöhter Verletzungsgefahr kommt)
Bones wurde Anfang September 2025 mitten in der Nacht herrenlos aufgefunden. Da keine Halter ermittelt werden konnten, suchen wir ein neues Zuhause für den jungen Mann. Aufgrund der fehlenden Informationen zu seiner Herkunft ist unsicher, was für Hunderassen der kleine Bones mitbringt, er hat aber sowohl körperlich als auch verhaltenstechnisch zunehmende Ähnlichkeit zu spanielartigen Hunden.
Bones ist ein insgesamt sehr freundlicher und aufmerksamer, aufgeweckter junger Rüde. Er freut sich über alle Menschen und sucht bei jedem direkt und fröhlich Kontakt zum Kuscheln. Vor Aufregung geht dabei noch ein kleiner Springbrunnen los, sodass mensch bei einer Begrüßung das Tragen von wasserdichtem Schuhwerk oder ein breitbeiniger Stand anzuraten ist. ;) Mit zunehmendem Alter nimmt diese Eigenschaft nun aber schon etwas ab. Die ersten paar Tage hat uns der junge Mann ein 100% unauffälliges, unkompliziertes Wesen eines ganz normalen Junghundes gezeigt.
Dies blieb leider nicht so und so kommen wir zu dem Grund, warum wir Bones nicht als den perfekten Anfängerhund vermitteln können. Die erste Situation, in der Bones ein für sein Alter ungewöhnliches Verhalten zeigte, war folgende: Eine ihm nur wenig bekannte Kollegin streift aus Versehen Bones' Leine, die an einer erhöhten Stelle liegt (nicht an ihm befestigt), er beobachtet dies, springt sofort zwischen Kollegin und Leine und schnappt ihr leicht knurrend und nachfassend in die Hand, verharrt später leise knurrend mit zitternden Lefzen mit "Whale Eyes" über der Leine und legt sein Kinn auf diese. Zu diesem Zeitpunkt war Bones etwa vier Monate alt. Eine ähnliche Reaktion gab es beim Anfassen seines Geschirrs (am Körper tragend). Auch seine Bezugsperson schien er je nach Situation vor Dritten abschirmen zu wollen. Es kam vereinzelt zu ähnlichen Reaktionen bei Annäherung/Bücken einer weiteren Person, während Bones sich zwischen dieser und seiner Bezugsperson befand. Auch das Betreten von bestimmten Bereichen sowie Tätigkeiten wie Schränke/Schubladen öffnen oder in Kartons/Taschen wühlen versucht Bones je nach Situation zu kontrollieren und den verursachenden Menschen zu maßregeln. Verstärkt tritt das Verhalten auf, wenn Bones in dem Moment gerade geruht oder geschlafen hat.
Um auch potentiellen gesundheitlichen Ursachen für das Verhalten auf den Grund zu gehen, wandten wir uns zusätzlich an einen Fachtierarzt für Verhaltenskunde. Dies ergab jedoch keinen besonderen Befund in Bezug auf Bones' Gesundheit. Im Raum stand der Verdacht auf eine schlechte Sozialisierung (zu frühe Trennung von Mutter/Geschwistern) und möglicherweise auch genetische Ursachen. Unter den Spaniels sind Ressourcenaggressionen nicht ganz ungewöhnlich. Nicht unmöglich ist auch eine Verstärkung der Probleme, wenn im letzten Zuhause falsch auf sein Verhalten reagiert oder Bones massiv "geärgert" wurde. (Letzteres kommt zum Beispiel schon mal in Haushalten vor, in denen ein Tier als Kinderspielzeug angeschafft wurde und der Umgang zwischen Kind und Hund nicht beaufsichtigt wird, sodass selbst ein junger Hund aus Verzweiflung anfängt um sich zu beißen, da keiner auf seine Körpersprache und Bedürfnisse achtet.)
Unterm Strich und vereinfacht gesagt, haben wir es hier also mit einem bezaubernden jungen Rüden zu tun, der leider von 0 auf 100 zum besorgten Kontrolletti mutieren kann. Dabei macht er auch vor Waffen- bzw. Zähnchengewalt nicht Halt. Die positive Nachricht ist, dass Bones unheimlich schlau ist und schnell verstanden hat, dass er seine Impulse auch kontrollieren kann und sich das sogar für ihn lohnt. Kann er sich auf seinen Menschen verlassen und erhält dort Sicherheit und Anleitung, ist er gut in der Lage sich zurückzunehmen. Fehler im Umgang mit ihm werden sich aber schnell rächen. Dann kann aus seinem Schnappen schnell ein richtiges Zubeißen werden und er wieder im Tierheim landen, wie viele andere "Problemhunde", die auch mal klein und knuffig waren. Aus diesem Grunde suchen wir ausschließlich Halter, die bereits Sachkunde und das richtige Gefühl und Handling für Hunde wie Bones mitbringen. Oft werden diese Hunde missverstanden und entweder mit unnötiger Härte behandelt oder es wird keinerlei Anleitung gegeben und stattdessen gehofft, dass sich alles aus reiner Liebe schon gibt. Beides ist nicht in Ordnung.
Gassigehen macht Bones sehr gut, unkompliziert und ohne Unsicherheiten mit.
Auf andere Hunde reagiert Bones sehr freudig und möchte spielen. Je nach Gegenüber wird er dabei schon mal frech und testet Grenzen aus (vor allem, wenn der andere Hund kleiner ist als er...). Bisher reagiert er aber auf Zurechtweisungen der Althunde sehr sauber und staunend und lernt schnell, was okay ist und was nicht. Sein Kontrollverhalten wendet er auch bei Hunden an, indem er je nach Situation versucht ihnen den Weg abzuschneiden, sie auszubremsen oder z. B. an wichtigen Stellen wie Türen ("wo alle lang müssen") Security zu spielen. Im Vergleich zum Kontrollverhalten Menschen gegenüber führt er dieses Verhalten aber mit keiner so großen Ernsthaftigkeit aus. Es wirkt eher wie ein leicht übermütiges Spiel, sollte aber trotzdem im Zweifel vom Halter gesteuert werden, damit sich das Verhalten nicht zu sehr verstärkt und sein Sozialverhalten negativ beeinflusst.
Autofahren ist Bones gewohnt und für ihn gar kein Problem. Er beobachtet die Umgebung und Reize beim Fahren sehr scharf und kommentiert schon mal Besonderheiten wie einen vorbeigehenden Hund oder bellt Menschen an, die zu nah am Auto vorbeilaufen.
Bones hat schnell gelernt stubenrein zu sein und kann zusammen mit seiner Hundegruppe schon mal phasenweise alleine bleiben, ohne gleich alle Sachen zu zerstören.
Schreiben Sie uns bei Interesse bitte eine E-Mail an info@tierheim-elmshorn.de mit einer kleinen Beschreibung zu sich selbst. Bitte vergessen Sie nicht Ihre Rufnummer anzugeben.
Stand: 29.12.25